R – wie Regulation
„Hund findet keine Ruhe: Ursachen & Hilfe für nervöse Tierschutzhunde“
Mein Hund kommt nicht zur Ruhe
Dein Hund wirkt „ständig unter Strom“, findet abends nicht in den Schlaf oder fährt bei Kleinigkeiten hoch? Das ist selten Ungehorsam – und sehr oft ein Zeichen von Überreizung.
Warum das Nervensystem im Alarmmodus bleibt
Überreizung
Hunde sind oft nicht unterfordert, sondern zu lange „an“. Ohne echte Erholung stapeln sich Reize zu einem unüberwindbaren Berg.
Stresshormone
Cortisol baut sich nicht in Minuten ab. Wenn täglich neue Trigger kommen, bleibt der Pegel dauerhaft auf Alarm-Niveau.
7 Anzeichen für Überreizung
- Leichter Schlaf: Er fährt bei jedem kleinsten Geräusch sofort hoch.
- Hecheln ohne Hitze: Stressbedingtes Hecheln, auch wenn es kühl ist.
- Rastlosigkeit: Er läuft umher und findet einfach keinen Platz.
- Übersprungshandlungen: Plötzliches Lecken, Kratzen oder Zähneklappern.
- Reizempfindlichkeit: Alles wirkt „zu groß“ und zu laut.
- Sekundenschnelles Hochfahren: Von 0 auf 100 in einem Augenblick.
- Unfähigkeit abzuschalten: Er bleibt auch nach langen Spaziergängen „wachsam“.
Was wirklich hilft (Reizbudget)
Stell dir vor, dein Hund hat ein tägliches Reizbudget. Wenn das morgens schon durch Straßenlärm oder Besuch aufgebraucht ist, ist abends keine Regulation mehr möglich.
Struktur ist ein Geländer
Feste Zeiten und Abläufe geben dem Gehirn Vorhersagbarkeit. Erst wenn das Nervensystem „sicher“ ist, kann echte Entspannung entstehen.
Langsames Erkunden
Ruhiges Schnüffeln reguliert besser als Action. Ein kurzer, reizarmer Gang ist oft wertvoller als ein Power-Marsch.
Bleiben ist keine Schwäche. Bleiben ist Liebe.
Erst wenn das Nervensystem sicher ist, kann Heilung beginnen.
Dieser Beitrag ist Teil des Petcue Journal Tierschutz-ABC. Ersetzt keine tierärztliche Diagnose.
